Aktiv-Star des Monats: Marilyn Manson
Marilyn Manson hat wieder Blut geleckt
Sind wir uns mal ehrlich: In den letzten Jahren war es nicht einfach, Marilyn Manson zu sein. Seine letzten Alben hatten stellenweise den schalen Beigeschmack von kreativen Ehrenrunden in einem leeren Stadion. Die Presse beschäftigte sich zu dieser Zeit lieber mit seinen Freundinnen und Verlobten als mit seiner Musik, denn über Dita Von Teese, Rose McGowan oder Rachel Wood gab es immerhin Neues zu erzählen.
Das wurde schließlich auch Marilyn Manson klar. Irgendwas musste sich ändern. Und zwar schnell.
„Auf meinen letzten beiden Alben habe ich versucht den Leuten zu vermitteln, wie ich mich fühlte. Das war keine besonders gute Idee, denn ich fühlte mich damals beschissen. Das war schon mal ein guter Ansatzpunkt für den Neustart: mach nie wieder ein Album, bei dem sich die Leute so schlecht fühlen wie du in diesem Moment.“
Im zweiten Schritt räumte Marilyn Manson sein ganzes Haus aus und erteilte nur noch dem absolut Notwendigen eine Daseinsberechtigung in seinem Domizil. Alles andere wanderte direkt in die Lagerhalle. So umgeben von Musik, Filmen und ein paar Instrumenten machte er sich an die Arbeit, Marilyn Manson nach allen Regeln der Kunst wiederauferstehen zu lassen. Das Ergebnis dieser Rückkehr zu den eigenen Wurzeln hat er nun in sein neues Album „Born Villain“ destilliert.
Jetzt kreischt, singt und säuselt der bleiche Maestro wieder, wie zu seinen besten Zeiten. Schon mit seiner ersten Single „No Reflection“ und dem dazugehörigen Video legt er einen frischen Start hin, der angenehm an die Zeiten von „Mechanical Animals“ erinnert und gleichzeitig neue Seiten seines Könnens zeigt. HIER geht’s zum Video von „No Reflection“.
Wer seine Freude an den früheren Alben von Marilyn Manson hat, der kann mit dem aktuellen Comebackalbum wieder erleichtert durchatmen. Alles, was „Portrait Of An American Family“, „Antichrist Superstar“, „Mechanical Animals“ und „Holy Wood“ spannend gemacht hat, wird auf “Born Villain” in einen rostigen Mixer geschleudert und mit frischem Zorn, Elan und Hunger neu zusammengesetzt. Mit jedem weiteren Song des Albums wird klar, dass Marilyn Manson endlich wieder Spaß daran hat, Marilyn Manson zu sein.
Wenn schließlich das Album „Born Villain“ seinem Ende naht, liefert Marilyn Manson mit einer Coverversion von Carly Simon’s „You’re So Vain“ noch einen würdigen Schlusspunkt, bei dem niemand geringerer als Johnny Depp in die Gitarrensaiten greift.
„Der Song ist nicht einer bestimmten Person gewidmet. Wir dachten uns beide, dass es einen Mordspass machen würde, die Nummer gemeinsam zu spielen. Diese Art von Humor ist auch die Basis unserer Freundschaft.“
Marilyn Manson ist definitiv wieder zurück und hungrig wie schon lange nicht mehr. Daher kann man sich auch schon einiges von seinen neuen Liveshows erwarten, die ihn diesen Sommer am 8. Juni zum Nova Rock Festival und 16. Juli zum Poolbar Festival in Dornbirn führen.
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